Rolli-Treff-Franken e.V.
SPASS & SPORT FÜR ROLLIKIDS & ALLE ALTERSGRUPPEN

Die kleine Vereinschronik

Nürnberg war ein weißer Fleck auf der Landkarte der Rollikids – es gab zu wenig Bewegungs- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche im Rollstuhl. Aber auch bei etwas Älteren gab es großen Bedarf!

Idee für die "Aktion Rollikids Nürnberg"

Im Dezember 2016 wurde die Idee zur "Aktion Rollikids" geboren. Seit diesem Zeitpunkt sitzt dessen Initiator Konrad Methfessel definitiv und unwiderruflich im Rollstuhl. Diagnose unklar, geht aber in Richtung ALS. Vom 7. Dezember 2016 bis 6. April 2017 war er deshalb in dem in Europa einmaligen, barrierefreien Kurhotel Mar y Sol auf Teneriffa, wo etwa jeder dritte Gast im Rollstuhl sitzt. Mit mehr als 50 von diesen sprach er über alle Aspekte, Bedürfnisse und Probleme der Rollstuhlfahrer; vier Monate lang.

Er konnte dort auch die jungen Rollstuhl-Rugby Cracks aus Deutschland beim Spiel beobachtet und darüber staunen „was alles noch geht, wenn nichts mehr geht“. Aus berufenen Mündern konnte er mehrfach hören, dass junge Menschen während der jährlich ihnen zustehenden Reha aus dem Rollstuhl gezerrt werden, um dann 4 Wochen später völlig frustriert mit dem sicheren Wissen nachhause zu gehen, dass sie nie mehr gehen werden können. Ihre Fähigkeiten dagegen werden nicht gefördert. Das steht nicht im Programm.

Dann kam Klaus D. Herzog, 2. Vorsitzender des FB Kinder- und Jugendsport vom DRS (rollikids.de). Klaus und seine Frau Ute kümmern sich um 1.600 Rollikids in etwa 100 Vereinen. Nürnberg bietet hier nur einen weißen Fleck auf der Landkarte. Konrad Methfessel fühlte sich dazu berufen, dies zu ändern.

Veranstaltungen für Rollikids in Nürnberg

Die ersten Bemühungen, in Nürnberg wenigstens 3 Rollikids zu finden, scheiterten an Datenschutz, Beamtendenken, Ignoranz, rücksichtslosem Revierschutz­denken und falsch informierten Eltern. Das Jugendamt, die Inklusionsbeauftragte der Stadt Nürnberg, „Bündnis für Familie“ und viele andere konnten oder wollten nicht helfen.

Es geht um mehr als Sport. Es geht um Sport, Spaß und echte Inklusion, nicht nur punktuell in der Schule. Es geht um Mobilität mit Rollstuhl, Aktivität durch Spiel, Sport und Bewegung, und um ein selbstbestimmtes Leben – mit und ohne Assistenz.

Mit mehreren Sit-Ins in Nürnberg und Altdorf machte Konrad Methfessel auf sein Anliegen und die Aktion aufmerksam und lud alle Kinder und Jugendlichen in Rollstühlen zu einem Schnupperkurs in Nürnberg ein.

Unterstützt durch Medienberichte in Nürnberger Zeitungen und Sponsoren wurde für den 14. Oktober 2017 ein "Schnupper-Kurs Rollstuhl- und Mobilitätstraining" ins Leben gerufen.

 Mehr als 20 Kinder und Jugendliche im Rollstuhl folgten der Einladung nach Nürnberg und nahmen mit Begeisterung teil. Bereits während der Veranstaltung gab es sehr viel positive Resonanz zum gemeinsamen Üben und Spielen.

Der Schnupperkurs wird zur regelmäßigen Veranstaltung

Der erste Schnupperkurs war nicht nur erstaunlich gut besucht, er hat darüber hinaus bei allen Beteiligten eine sehr große Begeisterung ausgelöst. Er hat aber auch  gezeigt, wie notwendig ein solches Bewegungs- und Sportangebot für Kinder und Jugendliche im Rollstuhl ist. Und weil der Bedarf bei den etwas Älteren auch riesengroß ist, sollte es keine Altersbeschränkung nach oben geben.         

Durch die Initiative von Konrad Methfessel fanden so zahlreiche Helfer und Freiwillige zusammen, um gemeinsam den Grundstein für die Entstehung einer Rolli-Sportgruppe mit vielfältigem Angebot in Nürnberg zu legen. Geplant wurde innerhalb weniger Tage eine regelmäßige Veranstaltung ähnlich dem Rollstuhl- und Mobilitätstraining einmal monatlich Samstags in einer geeigneten Halle.           


Gründung des Rolli-Treff-Franken e.V.

 

 

 

 

 

 

Die Vereinsgründung ist am 03.11.2017 erfolgt.

Die Eintragung des Vereins erfolgte in das Vereinsregister am Amtsgericht Nürnberg unter der Nummer 202208.


Trauer um Konrad Methfessel

 

Unser Initiator  und Ehrenmitglied Konrad Methfessel ist am 14.12.2018  verstorben.               
Mit seiner positiv verrückten Art, immer im Großen zu denken, und mit seinem unermüdlichen persönlichem Engagement hat er den Rolli-Treff maßgeblich zu dem gemacht, was er heute ist. Bis zuletzt war Konrad voll und ganz für den Verein und seine Mitglieder da, hat noch unterschiedliche Projekte angestoßen, die wir in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren umsetzen werden. Ohne Konrad ist die Verantwortung für uns im Vorstand noch weiter gewachsen, und wir werden den Verein so voranbringen, wie er es sich gewünscht hat.        Lasst uns gemeinsam das Vermächtnis von Konrad in seinem Sinn weiterführen.